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Selbstheilung
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor.
Hippokrates
Wenn die Menschen nur halb soviel Sorge darauf verwenden würden, gesund zu bleiben und verständig zu leben, wie sie heute darauf verwenden, um krank zu werden, die Hälfte der Krankheiten blieb ihnen erspart.
Sebastian Kneipp
„Der Zustand des größten Seelenschmerzes ist zugleich der Zustand der größten körperlichen Krankheit.“ Diese Aussage Friedrich Schillers gibt sehr viel Aufschluss über die Natur der Krankheit.
Haben Sie sich schon mal überlegt, warum ständiges Kopfzerbrechen zu Kopfschmerzen führt? Oder warum wir bei traumatischen emotionalen Erlebnissen, von denen wir nicht wissen, wie wir sie verarbeiten sollen, mit Erbrechen reagieren; wir bildlich gesprochen also etwas „zum Kotzen“ finden?
Ahnliche Analogien zwischen seelischer und psychischer Belastung und deren körperlichen Auswirkungen finden wir bei folgenden Formulierungen:
• Zuviel Verantwortung auf den Schultern tragen = Nackenschmerzen
• Etwas nicht mehr ertragen können/blockiert sein = Rückenschmerzen
• Etwas nicht mehr hören können = Ohrenschmerzen, Tinnitus
• Die Nase von etwas voll haben haben = Nebenhöhlenentzündung
• Sich von etwas erdrückt/eingeengt fühlen = Atembeschwerden, Asthma
• Etwas in sich hineinfressen = Magenbeschwerden
• Aus seinem Herzen eine Mördergrube machen = Herzbeschwerden
usw.
Diese, auf den ersten Blick plakativ wirkenden, Beispiele beschreiben den Zusammenhang zwischen mentaler und körperlicher Dysfunktion ziemlich genau. Schon Kamillus von Lellis, ein Bettelmönch des 16. Jahrhunderts, der sein Leben in den Dienst der Heilung von Kranken stellte, bemerkte: „Unsere Krankheit sagt uns, was wir sind.“ Körperliche Beschwerden sind immer auch ein Zeichen für mentale Unstimmigkeiten. Dieses alte Wissen ist im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, und beginnt erst langsam, sich wieder in der westlichen Welt zu etablieren.
Doch solange nicht die seelischen Ursachen behoben sind, kann am Körper nur dauerhafte Symptombehandlung durchgeführt werden. Dies soll keineswegs die Nützlichkeit oder Wichtigkeit der Schulmedizin infrage stellen, dennoch sollte es Grund genug sein, die eigenen Beschwerden unter dem Aspekt der Einheitlichkeit zu betrachten und die Signale des Körpers auch immer als Signale der Psyche zu deuten.
Selbstheilung setzt das Verstehen des eigenen Körpers voraus
Konkret bedeutet das: Jeder Mensch kann ein großes Stück zur Selbstheilung beitragen, indem er sich mit seinen seelischen Bedürfnissen und Befindlichkeiten achtsam auseinandersetzt und sie nicht ignoriert. Das Verstehen der eigenen Krankheit auf einer anderen Ebene als der rein körperlich – symptomatischen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstheilung. Selbstheilung bedeutet, sich mit den mentalen Ursachen der Dysfunktion auseinanderzusetzen, diese ernstnehmen und ausgehend von der Kenntnis der tieferen seelischen Ursache Schritte unternehmen, die diese nachhaltig beheben.
Trotzdem sollte Selbstheilung immer auch unter Einbeziehung schulmedizinischer Unterstützung durchgeführt werden!








